Gisela Schneider


Eine Pandemie – zwei Welten. Corona und der gerechte Zugang zu Impfstoffen und Medikamenten für alle.

 

Während Europa boostert, liegt in Afrika die Impfquote bei nicht einmal 15 Prozent. Diese Ungleichheit hat Folgen. Weitere Corona-Mutationen sind nur eine Frage der Zeit. Zudem hat das Corona-Virus andere Gesundheitsprogramme und -aktivitäten stark beeinflusst. So sind Prävention, Diagnostik und Behandlungen beispielsweise von chronischen Erkrankungen zurückgefahren worden. Die unterbrochenen Lieferketten haben zu einem Engpass bei anderen Medikamenten geführt.  Daneben beobachten wir, dass die Armut deutlich zugenommen hat und die Kluft zwischen Arm und Reich größer wird. 

 

Gerade als Christinnen und Christen haben wir eine Verantwortung, uns dafür einzusetzen, dass alle Menschen Zugang zu Gesundheit haben und das schließt auch Corona-Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente ein. Und es ist keine Frage von Charity, es ist eine Frage globaler Solidarität und Verantwortung, denn erst wenn alle sicher sind, sind wir auch sicher.

 

Impfstoffe kommen inzwischen in Afrika an. COVAX hat viele Impfstoffe geliefert, aber viele Chargen haben nur noch eine kurze Haltbarkeit. Für die Staaten ist es so fast unmöglich, größere Impfkampagnen nachhaltig zu planen. Deshalb muss die lokale Produktion vorangetrieben werden. Es braucht einen Wissenstransfer, der nur möglich wird, wenn es zu einer Freigabe der Patente in dieser Pandemie-Situation kommt. So kann in den betroffenen Ländern schnell reagiert werden und Impfstoff in größerer Menge produziert und zugänglich gemacht werden. 

 

Nach dem Vortrag von Dr. med. Gisela Schneider, Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission e. V. (Difäm) gibt es Zeit für Fragen und Diskussion. Unter anderen wollen wir der Frage nachgehen, welche Rolle die Kirchen in der Bodenseeregion dabei spielen können.

 

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